Geschichte der Musikkapelle Berkeldörfer

Von alters her ist die Musikkapelle Berkeldörfer aus verschiedenen Musikergruppen zusammengewachsen.
In der alten Gemeinde Ammeloe soll es schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts teils örtliche, teils überörtliche kleine oder größere Blaskapellen gegeben haben; in Wennewick sogar eine mit 25 Musikanten. Durch die Kriegswirren von 1914 bis 1918 und Tod einiger aktiver Musiker war diese Kapelle nicht mehr existenzfähig. Nach dem ersten Weltkrieg wurde wieder eine neue Musikgruppe gebildet.

 

Von dieser Gruppe wusste das Mitglied Hermann Wantia zu berichten, dass sie nicht nur bei den örtlichen Festen aufspielte, sondern des öfteren auch auswärts im Kirchspiel auftrat. Als Lohn erhielt jeder Spieler zum Fastnachtsfest von nachmittags bis Mitternacht 2 bis 3 Mark, für einen ganzen Schützenfesttag 5 Mark. Das Entgelt deckte in etwa die Kosten, die bei einem solchen Fest verzehrt wurden (Ein Schnäpschen kostete damals 10 Pfg., ein Glas Bier 20 Pfg.). Lange Zeit nach dem zweiten Weltkrieg blies dann kein Wennewicker mehr ins Horn.
Unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg entschlossen sich Ammeloer Musikfreunde, eine Blaskapelle zu gründen . Im Jahre 1920 gehörten ihr 10 Mitglieder an.

 

Bernhard Noldes und Wilhelm Nagenborg waren die eigentlichen Gründer. Die Kapelle spielte bei kirchlichen Anlässen sowie auf Hochzeiten und Volksfesten. Durch Heirat oder Umzug einiger Musikanten hat sich 1929 diese Musikergruppe wieder aufgelöst.

 

Auch in den Bauernschaften Ellewick und Crosewick gab es Anfang der zwanziger Jahre schon eine Bläsergruppe. Diese Bläsergruppe bestand bis Ende der dreißiger Jahre und wurde vermutlich durch die Kriegswirren aufgelöst.


Nach dem zweiten Weltkrieg waren es in Ammeloe wiederum einige Ehemalige, die sich zur Neugründung einer Blaskapelle entschlossen. Initiator war 1951 der Holzschuhmacher Heinrich Pöppelbuß, der bereits
in den 20er Jahren zu den Aktiven gehörte. Mit zwei seiner Söhne und fünf anderen jungen Männern aus der Nachbarschaft machte er wieder einen neuen Anfang. Diese Gründung erwies sich als schwierig, da Instrumente rar waren und zum Teil von anderen Musikern geliehen werden mußten. Nach vielen
Übungsstunden in der Klumpenkammer oder bei Pöppelbuß Trude in der Küche gelang es den Musikern, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Man nannte diese Musikanten damals auch schlichtweg die Holzwürmer
oder Holzwurmkapelle, da es durchweg nur Holzschuhmacher und Zimmerleute waren.

Bei Prozessionen, Hochzeiten, Karnevalsfesten und Schützenfestvorführungen hörte man oft ihre Melodien. Diese Kapelle bestand nur sieben Jahre und wurde 1958 wieder aufgelöst.

 

Von dieser Gruppe blieben nur noch Johannes Elling (Trompete) und Heinrich Waning, der inzwischen auch das Trompetenspiel bei Pöppelbuß erlernt hatte. Diese beiden entschlossen sich dann, der Ellewick-Crosewicker Blaskapelle beizutreten. Man kannte sich schon, weil man sich in den zurückliegenden Jahren wechselseitig durch Aushilfen verstärkt hatte. Auch die Ellewicker Blaskapelle war Anfang der 50er Jahre entstanden. Die Gründer waren damals Wilhelm und Heinrich Schwanekamp, Heinrich Resing, Hermann Lösing-Lansing, Alfons Kondring und Hermann Lösing (Kötter). Man musizierte westlich der Berkel bis nach Zwillbrock und in Holland. Später schlossen sich dieser Musikkapelle immer mehr junge Leute von Ammeloe bis Zwillbrock an. Für einige Jahre führte die Kapelle auch den Namen Ammeloe-Ellewicker Blaskapelle.
Diese spielte schon in den 50er Jahren in Zwillbrock und ab 1961 in Wennewick auf den Schützenfesten. Eine einheitliche Uniform besaß man noch nicht. Im Jahr 1961 wurden vom Musikverein Wüllen gebrauchte Uniformjacken und Schirmmützen erworben.

 

1964 kam der Junglehrer Hans-Josef Neck von Gelsenkirchen nach Ellewick. Er erklärte sich alsbald bereit, mit den Bläsern neue und anspruchsvollere Musikstücke einzustudieren. Er war somit der erste Dirigent der Kapelle. 1965 wurde Lehrer Neck von der Volksschule Ellewick zur Volksschule Wennewick versetzt, die er bis zur Schließung 1969 leitete.

 

In diesen Jahren konnte er mehrere junge Wennewicker Schüler für die Blasmusik begeistern und für die Musikkapelle gewinnen. Auch konnten durch seine Initiative Sponsoren und auch viele passive Mitglieder gewonnen werden.

 

Da man immer häufiger zu verschiedenen Anlässen auftrat, wurde ein geeigneter Name für diese Kapelle gesucht. Die Versammlung der aktiven Musiker am 28. Januar 1968 in der Gaststätte Kondring (später Denno) nutzte man für die Namenssuche. In einer längeren Diskussion, bei der auch die Auftritte in den Kirchdörfern angesprochen wurden, einigte man sich schließlich auf den Namen "Musikkapelle Berkeldörfer".

 

Die Namensfindung der Musikkapelle löste einen Motivationsschub aus. In einer Generalversammlung, ebenfalls im Frühjahr 1968, wurde mit der Wahl des Vorstandes und der Wahl des 1. Vorsitzenden, Anton Hübers aus Crosewick, ein Grundstein für die weitere Entwicklung der Musikkapelle gelegt. Auf Anregung des Dirigenten Hans-Josef Neck wurde beschlossen die Musiker zum bevorstehenden 1. Konzert neu einzukleiden. Uniformjacken und Schirmmützen lieferte die Firma Linnenbrügger und Ellermann GmbH aus Bielefeld. Hemden, Hosen und Binder wurden durch die Firma Albert Engbers, Filiale Vreden, zum Selbstkostenpreis besorgt.

 

Am Fronleichnamstag des Jahres 1968 fand in der Schützenhalle Ellewick unter der Leitung des Dirigenten Hans-Josef Neck das erste Konzert der neugegründeten "Musikkapelle Berkeldörfer" statt.